Offizielle Auftaktveranstaltung in Friedrichshafen

Viele Familien haben mit belastenden Lebensumständen zu kämpfen, welche die seelische Gesundheit der Kinder und ihre gesunde Entwicklung beeinträchtigen können. Eine besondere Risikogruppe bilden dabei Kinder, deren Eltern unter einer psychischen Erkrankung leiden oder Kinder aus suchtbelasteten Familien. Diese Kinder und Jugendlichen, aber auch ihre Eltern und weiteren Angehörigen, benötigen besondere Unterstützung – sei es nun in Form von Beratung und Begleitung, von therapeutische Angebote, von präventive Massnahmen oder von praktischer Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags.

Hier setzt das gemeinsame Projekt „Kinder im seelischen Gleichgewicht“ der Landkreise Ravensburg, Bodenseekreis,  Lindau, der Kantone St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Thurgau sowie des Fürstentums Liechtenstein an: Durch eine überregionale Zusammenarbeit und grenzüberschreitende Vernetzung soll ein psychisch gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen im Bodenseeraum gefördert werden. Das internationale Gesamtprojekt mit den gemeinsamen Zielen bildet das Dach, unter dem die einzelnen Projektpartner eigene Regionalprojekte mit unterschiedlichen Massnahmen umsetzen.

Auftaktveranstaltung am 18. November 2016

Am Freitag, 18. November 2016, fand im Landratsamt des Bodenseekreises in Friedrichshafen der offizielle Auftakt des gemeinsamen Projekts „Kinder im seelischen Gleichgewicht“ statt. Gastgeber Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises, begrüsste rund 50 geladene Gäste aus den einzelnen Projektregionen. Landrat Wölfle sagte, er sei sehr dankbar, dass im EU-Programm Interreg auch die Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein dabei seien: „Wir können viel voneinander lernen. Vom ‚Blick über den See‘ und der Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg können wir nur profitieren. Und Interreg hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass wir gemeinsam mehr erreichen und etwas bewirken können.“

Bewährte Zusammenarbeit über Interreg-Programme

Heidi Hanselmann, Regierungsrätin des Kantons St.Gallen und Vorsteherin des Gesundheitsdepartements, vertrat am Projektauftakt in Friedrichshafen die Ostschweiz. In ihrer Rede blickte sie auf die bisherige Zusammenarbeit im Rahmen von Interreg zurück. Der Kanton St.Gallen engagierte sich bereits im Vorgängerprojekt „Kinder im Gleichgewicht“, das sich für gesunde Ernährung und mehr Bewegung bei Kindern und Jugendlichen stark gemacht hat, um Übergewicht vorzubeugen. Heidi Hanselmann betonte, für St.Gallen sei der grenzüberschreitende Wissens- und Erfahrungsaustausch stets eine grosse Bereicherung. Während in den beiden Vorgängerprojekten „Kinder im Gleichgewicht“ der Fokus auf der Bekämpfung von Übergewicht lag, setzt das aktuelle Projekt den Schwerpunkt nun auf die Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. „Wir verfolgen mit diesem Programm in der Region Bodensee weiterhin ein grosses, gemeinsames Ziel: Mit Präventionsmassnahmen dort anzusetzen, wo sie am wirksamsten greifen. Nämlich bei den Kindern. Das ist die beste Investition in die Zukunft. Kinder, die sich in ihrem Körper wohl fühlen“, sagte Heidi Hanselmann in ihrem Eröffnungsreferat.

Regionalprojekt des Ostschweizer Forums für Psychische Gesundheit

Der Nachmittag der Auftaktveranstaltung stand das Regionalprojekt des Ostschweizer Forums für Psychische Gesundheit im Zentrum, das den anwesenden Fachpersonen exemplarisch für ein mögliches Vorgehen vorgestellt wurde.

Jürg Engler von der Fachstelle Psychische Gesundheit beim Gesundheitsdepartement St.Gallen und Vorstandsmitglied des Ostschweizer Forums für Psychische Gesundheit erläuterte den anwesenden Fachpersonen das Regionalprojekt und die geplanten Massnahmen. Er betonte, dass in der Region Ostschweiz bereits zahlreiche Angebote existieren, die Familien, Kindern und Jugendlichen in belastenden Lebenssituationen Unterstützung bieten. Zurzeit seien diese Unterstützungsangebote bei den Betroffenen, ihren Angehörigen und teilweise auch bei den Fachpersonen noch zu wenig bekannt und nicht systematisch zugänglich. Familien, die Hilfe benötigten, wissen unter Umständen gar nicht, dass Anlaufstellen in ihrer Nähe verfügbar sind oder welche Angebote die für ihre Situation passenden sind. Ausserdem seien Unterstützungsangebote je nach Region oder Gemeinde unterschiedlich vorhanden und zugänglich.

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